Aktion Krötenwanderung 2008

Schüler der GSS Geeste als ehrenamtliche Helfer im Naturschutz

Aktion Krötenwanderung 2008

Zurzeit sind deutschlandweit tausende von Wanderern unterwegs, denen zahlreiche ehrenamtliche Helfer über die Straße helfen müssen. Gemeint sind die Frösche, Molche und Kröten, die zu den Lurchen oder Amphibien gehören.
Wegen des milden Winters begann die Krötenwanderung in diesem Jahr sehr früh.
In Geeste fiel ihr Beginn auf den 22. Februar. Glücklicherweise war der Schutzzaun entlang der L 67 östlich des Ortsteils Geeste – Siedlung rechtzeitig von der Straßenmeisterei aufgebaut worden. Er hat eine Länge von etwa 500 m mit 20 Eimern, die im Boden davor vergraben sind. Seit dem Jahr 2000 kontrollieren Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Schule in Geeste-Dalum die Eimer beim Schutzzaun, die morgens (an Schultagen vor dem Unterricht) geleert werden müssen. Sie werden dabei von der Biologielehrerin Heinke Glameyer-Fleischmann unterstützt. Sechs Schülerinnen und Schüler sind seit mehreren Jahren dabei. Dazu kommen acht Schüler der Klassen 5 Ra und 5H aus Geeste, die sich spontan erstmals für die Aktion meldeten und teilweise sogar während der Ferien Familienmitglieder zum Sammeln mitnahmen. Ganz besonders begeistert ist Nils Stehmann, der mit Hannah Wolf samstags die Erdkröten und Frösche sammelt: am 23. Februar fanden die beiden 37, am 1. März 177 und am 29. März 112 Lurche in den Eimern. Bereits am 2. März war die Erdkrötenzahl des Vorjahres, nämlich 330, erreicht. Dann kam die Wanderung jedoch durch eine mehrtägige Nachtfrostperiode zum Stillstand.
Erdkröten wandern bis zu zwei Kilometer, sind jedoch sehr anpassungsfähig an äußere Bedingungen. Wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen, vergraben sie sich wieder und warten, bis es wärmer wird. Ab dem 10. März kam die Wanderung wieder in Gang, über Ostern wurde sie jedoch zum zweiten Mal für einige Zeit aufgrund von Nachtfrösten unterbrochen. Dadurch erstreckt sich der Wanderungszeitraum ungewöhnlich lange von Ende Februar bis Mitte April. Bei den Erdkröten beginnen die Männchen mit der Laichwanderung. So konnten die Schülerinnen und Schüler, die sich freiwillig für die Betreuung des Geester Krötenschutzzaunes gemeldet haben, bis zum 20. März auch überwiegend Männchen registrieren. Seit dem vergangenen Wochenende sind deutlich mehr Weibchen als Männchen und vermehrt Paare in den Eimern. Am 31. März zählten Melanie Vehring und Regina Rosenberg, die bereits im fünften bzw. vierten Jahr an der Aktion teilnehmen, bei einer Temperatur von 9° C und nach nächtlichem Regen 14 männliche und 72 weibliche Erdkröten sowie 46 Paare (die Weibchen tragen die Männchen „huckepack“), also insgesamt 178 Erdkröten, außerdem 40 Frösche (überwiegend Grasfrösche) in den Fangeimern.
An ungünstigen Tagen (zu kalt und trocken) gehen die Helfer leer aus. So erging es Jonas Teipen und Simon Jansen, die seit fünf Jahren helfen, mehrfach. Es ist gut, bei der Sammelaktion zu zweit zu sein. Während einer der ehrenamtlichen Helfer die Eimer entleert, registriert der andere die Tiere in einer Liste. Die Lurche werden in zusätzlichen Eimern über die Straße getragen und dort wieder freigelassen. Die Zahlen werden von Zeit zu Zeit in der Schutzzaun-Datenbank des NABU, wo der Krötenschutzzaun in Geeste registriert ist, aktualisiert. Am Ende der Wanderungszeit kann man die Gesamtzahl mit den Zahlen der Vorjahre vergleichen und feststellen, ob sich die Bemühungen um die Rettung der Tiere lohnen. Im Jahr 2001 wurden mit 993 Amphibien bisher am meisten eingesammelt, 2007 gab es mit 342 Tieren die niedrigste Zahl. Vielleicht kann 2008 das erfolgreichste Jahr werden, denn bis zum 4. April haben die Schüler schon 968 Lurche gerettet. Auf die Frage, ob er im nächsten Jahr an der Aktion teilnehmen wird, antwortete Lars Linnenbäumer: „ Ja, auf jeden Fall. Dadurch lerne ich die Natur besser kennen.“
Für einen Umweltschutzwettbewerb hat eine Arbeitsgruppe eine Informationsseite zu der Kötenaktion erstellt.