Start der Amphibienumsiedlung – Helfer gesucht

Erstmals wurden in dieser Saison Erdkröten, Gras- und Wasserfrösche sowie Molche, die sich auf ihre Laichwanderung begeben hatten, nach der Entnahme aus den Eimern entlang des Schutzzauns an der L67 nicht über die Straße zum Randgraben des Biotops am Speicherbecken Geeste getragen. Stattdessen wurden sie zu den im Spätsommer 2016 von der Gemeinde Geeste nördlich der Landesstraße hinter dem Hof Iben angelegten Ersatzlaichgewässern gebracht. Die Umsiedlung wird notwendig wegen der sinkenden Schülerzahlen im Ortsteil Geeste-Siedlung und weil die bisherige Leiterin der Krötenschutzaktion, Heinke Glameyer-Fleischmann, Lehrerin an der Geschwister-Scholl-Schule, zum Ende des Schuljahres in den Ruhestand geht.

In den neu angelegten Teichen müssen sich zunächst Wasserpflanzen angesiedelt haben, um die Erdkröten ihre ca. 2.000-4.000 Eier umfassenden, wie eine Perlenkette aussehenden, Laichschnüre wickeln können. Erst dann kann man dort Lurche aussetzen. Darüber hinaus benötigen die Kaulquappen Plankton und Algen als Nahrung.

Erdkröten sind extrem ortstreu und wandern immer wieder zu dem Gewässer, in dem sie selbst aus dem Laich geschlüpft sind. Zunächst wurden zwei Teiche umzäunt, damit sie sich nicht sofort in der Nacht nach dem Einsetzen auf den Weg zu ihren ursprünglichen Laichgewässern begeben konnten. Die Kröten wanderten anfangs auf der Suche nach einer Durchschlupfmöglichkeit an den Zäunen entlang. Deshalb musste deren unterer Rand mehrschichtig mit Grassoden bedeckt werden, die auch als Tagesverstecke von den Lurchen genutzt wurden. Als der Laichdruck zu hoch wurde, haben offensichtlich etliche ihren Laich abgegeben, denn bereits Ende März/Anfang April sah man Laichschnüre an Wasserpflanzen sowie um zusätzlich ins Wasser gelegten Zweigen.

Die ebenfalls auf Laichwanderung gehenden Grasfrösche sind weniger ortstreu und besiedeln neu angelegte Gewässer, besonders solche, die in der Nähe ihres Winterquartiers liegen, schneller. Grasfrösche bevorzugen flache Uferzonen, wo der Laich besonders gut von der Sonneneinstrahlung profitieren kann. Die rundlichen Laichballen und die Entwicklung der Larven kann man im Flachwasserbereich gut beobachten. Mitte April waren bereits die ersten frei schwimmenden Kaulquappen zu sehen. Sie schlüpfen abhängig von der Wassertemperatur nach 2-4 Wochen.

Während die Grasfrösche den Sommer oft in Gewässernähe und auf feuchte Wiesen verbringen, begeben sich die Erdkröten nach Beendigung der Fortpflanzungsphase in ihre Sommerquartiere, meist Mischwaldgebiete. Deshalb müssen die Zäune einige Zeit nach dem Ablaichen geöffnet werden. Nur die geschlechtsreifen Erdkröten (Männchen ab dem Alter von drei Jahren jährlich, Weibchen mit 4-5 Jahren erstmalig, dann nur alle zwei Jahre) gehen auf Laichwanderung. Freilebend können sie ein Alter von 12-15 Jahren erreichen. Nachdem die Aktion im Jahr 2000 mit einigen hundert geretteten Amphibien begann, wurden 2014 bereits 2.251, in den Jahren 2015, 2017 und 2018 knapp über bzw. unter 3.000 Lurche (darunter jeweils 2.750 bis 3.000 Erdkröten) eingesammelt. Im Jahr 2016 lagen die Zahlen etwas niedriger. Deshalb muss der Schutzzaun noch mehrere Jahre auf- und abgebaut werden.

Die Umsiedlungsaktion in Geeste wird von der Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland unterstützt, indem sie die Kosten für den Amphibienzaun um die neuen Laichgewässer übernahm. Bisher wurden die Kröten und Frösche von Heinke Glameyer-Fleischmann und ihren Schülern sowie an Wochenenden von ehemaligen Schülern/innen der Geschwister-Scholl-Schule und Eltern auf die andere Seite der L67 getragen. Sie macht sich Sorgen über die Zukunft der Tiere, denn wenn keine freiwilligen Helfer gefunden werden, die noch ein paar Jahre lang die Kröten aus den Eimern am Schutzzaun an der L67 einsammeln und zu den Ersatzlaichgewässern tragen, drohen sie überfahren zu werden. Den Aufbau des Zauns könnte die Naturschutzstiftung des Kreises Emsland übernehmen, aber für die regelmäßige Kontrolle und Leerung der Sammeleimer werden im März/April Helfer gesucht, die morgens ca. eine Stunde Zeit haben.

Ein Bericht zu diesem Thema findet sich außerdem in der Meppener Tagespost.

 

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