Alte Handys für die Havelniederung

Nachdem im Rahmen einer Althandysammlung im Dezember 2016 durch Frau Glameyer-Fleischmann 48 Geräte dem NABU Emsland-Mitte übergeben werden konnten, führte sie im Juni 2018 zum Abschluss ihrer Dienstzeit nochmals eine Sammlung durch. Dieses Mal kamen die 54 Altgeräte, die dem NABU übergeben wurden, vor allem von Kolleginnen und Kollegen, deren Verwandtschaft und Nachbarn.

Seit dem Jahr 2006 setzt sich der NABU für das fachgerechte Recycling und inzwischen auch für die Wiederaufbereitung von Althandys ein. Alle gesammelten Handys gehen zum Recyclingpartner AfB gemeinnützige GmbH. Je nach Zustand werden die Handys aufbereitet und in AfB-Shops oder online verkauft. Defekte Geräte werden recycelt, schadstoffhaltige Bauteile werden fachgerecht entsorgt. Etwa 80% der Bestandteile eines Handys können wiederverwertet werden. So gehen wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber oder Kobalt nicht verloren. Außerdem wird die Umwelt nicht mit Schadstoffen belastet. Des Weiteren reduziert man durch die Wiederverwertung den Abbau der Rohstoffe in Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo, wo deshalb seit Jahrzehnten ein Bürgerkrieg herrscht: Der Abbau von Gold, Diamanten, Kobalt und Coltan wird von Rebellen kontrolliert, die die Arbeiter unterdrücken, Frauen vergewaltigen und Mineralien illegal im Ausland verkaufen. Mangelhaft kontrollierte Embargos des Coltanabbaus in der Provinz Kivu ermöglichen lokalen Milizenführern die Bezahlung von Soldaten, den Kauf von Waffen und damit die Fortführung des Bürgerkriegs. Coltan wird deshalb als Konfliktmineral eingestuft.

Der NABU erhält für jedes Althandy 1,60 Euro und setzt dieses Geld für sein Projekt zur Renaturierung der Unteren Havelniederung ein. Für die Schifffahrt wurde der Fluss begradigt, eingedeicht und Auenwald gerodet. So sollen beispielsweise Uferdeckwerke aus Steinpackungen auf einer Länge von 30 km entfernt sowie Altarme und Flutrinnen mit dem Fluss verbunden werden, damit Tiere und Pflanzen wieder einen besseren Lebensraum finden. Bis zu 100.000 Zugvögel, darunter verschiedene Gänse- und Entenarten, Graue Kraniche, aber auch Watvögel wie Kampfläufer und Goldregenpfeifer, rasten hier auf ihrem Weg in die Sommer- und Winterquartiere.

Die folgende Fotogalerie zeigt Eindrücke aus dem Naturschutzgebiet und unsere Urkunden: